Einfach mal auf heißes Wasser beim Duschen verzichten
Wasser – das ist für uns so selbstverständlich wie die Luft, die wir atmen. Bei uns in Österreich haben wir auch mehr als genug davon. Immerhin verbrauchen wir jährlich nur 3% unseres Wasservorkommens. Doch wenn wir etwas über die Grenzen blicken, aus Mitteleuropa rauszoomen und uns den weltweiten Verbrauch ansehen, sieht die Welt ganz anders aus.
Das Bild zeigt die Lebensader der Erde, ein Teil des Amazonas in Peru.
Hard Facts – Wasserverbrauch Weltweit
- Fast zwei Drittel der Weltbevölkerung, das sind vier Milliarden Menschen, leiden aktuellen Schätzungen zufolge während mindestens einem Monat im Jahr unter schwerer Wasserknappheit.
- Weltweit gesehen ist die Landwirtschaft (inkl. Bewässerungslandwirtschaft, Viehzucht und Aquakultur) der mit Abstand größte Wasserverbraucher. 69 Prozent der jährlichen Wasserentnahmen erfolgen durch die Landwirtschaft. 19 Prozent entfallen auf die Industrie (inkl. Erzeugung von Energie) 12 Prozent auf die Privathaushalte.
- Über 80 Prozent aller Abwässer weltweit werden ungeklärt in die Umwelt entsorgt.

In Österreichischen Haushalten werden täglich 130 Liter Wasser pro Kopf verbraucht, diese entfallen auf…
- 27% Wasserhahn in Küche, Bad, WC etc.
- 25% WC
- 19% Dusche
- 10% Waschmaschine
- 9% Außenbereich Pflanzen
- 5% Außenbereich Pool
- 3% Badewanne
- 2% Geschirrspüler
HUNGRIG nach mehr Wissen? Detaillierte Infos gibt’s hier: UNESCO Weltwasserbericht 2019
VERZICHT #1:
Eine Woche OHNE Heißes Wasser beim Duschen
Ich war schon immer ein Fan von Wechselduschen, weil die kalten Duschen nur kurz dauern und ich immer das Gefühl hatte, mein Immunsystem danach gestärkt zu haben. Doch dabei wechselt man eben warmes und kaltes Duschen ab und steht nicht durchgehend unter dem kalten Wasserstrahl. Außerdem machte ich diese am liebsten im Sommer, wenn ich eine Dusche nehme, um mich abzukühlen.
Doch diese Woche liegt im kühlen November, und eine kalte Dusche nach dem Aufstehen aus dem warmen Bett in der Finsternis des Morgens lässt meine Blogidee überdenken. Daher habe ich das Duschen diese Woche auch auf den Abend verlegt, damit das Ganze durchführbar bleibt und nicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist.
Vor der ersten kalten Dusche bin ich dann tatsächlich positiv überrascht, denn die Dusche im Fitnessstudio hat eine Fußbodenheizung! Zuvor war mir das gar nicht so bewusst, aber die Panik vor dem kalten Wasser lässt mich jede Wärmequelle aufsaugen. So starte ich also mit positiven Gedanken und einem vom Sport aufgewärmten Körper in mein Vorhaben und stelle mich dem kalten Wasserstrahl. Nach einem Moment des Stoßatmens und Kopfeinfrierens erfriert diese positive Energie fast, denn es scheint, als brauche man mit kaltem Wasser doppelt so lange, um das Shampoo aus den Haaren zu kriegen. Doch auch diese eiskalten Minütchen gehen vorbei und ich fühle mich nach jeder Dusche so durchblutet und hellwach wie sonst selten an den trüben Herbsttagen. Zu den schlimmsten Momenten in dieser Woche zählt jener Augenblick, wenn ich am Abend frierend neben der Dusche im eigenen Bad ohne Fußbodenheizung stehe, mein Vorhaben zutiefst bereue und mich überwinden muss, das kalte Wasser einzuschalten. Es wäre so easy, einfach mal schnell das warme Wasser einzuschalten. Doch ich bin eine kleine Perfektionistin und wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, dann wird das auch kompromisslos erledigt. Und nach einer kurzatmigen, kurzweiligen Dusche folgt dann auch mein Lieblingsmoment. Nämlich der Zeitpunkt, wenn das Shampoo endlich aus den Haaren ist und ich mich mit allen verfügbaren Decken in das warme Bett kuscheln kann.
Da nach dem Trainieren der Körper sowieso aufgewärmt ist und das kalte Duschen so „angenehmer“ erscheinen lässt (& nicht zu vergessen: die Fußbodenheizung!), sieht man mich in dieser Woche ungewöhnlich oft im Fitnessstudio. Wenn ich nach der FH durchgefroren heimkomme, gehe ich freiwillig trainieren, um meinen Körper aufzuwärmen und fit für die kalte Dusche zu machen. Die KalteDusche-Challenge führt also nicht nur zu einer Senkung des Wasser- und Energieverbrauchs allgemein, sondern auch einer Erhöhung meiner Sportlichen Aktivitäten. Außerdem spare ich kostbare Zeit, denn die Duschzeit hat sich in dieser Woche bei mir mehr als halbiert.
Durch Recherchieren finde ich heraus, dass sich eine Kältetherapie durchaus positiv auf die Gesundheit auswirkt. Sie regt die Fettverbrennung an, entlastet das Herz-Kreislaufsystem, stärkt das Immunsystem und senkt die Entzündungswerte im Körper.
FAZIT: Während dieser Woche hatte ich das Gefühl zu einer Wikingerin zu mutieren. Auch wenn es während dem Duschen Momente der Verzweiflung gibt, fühle ich mich danach immer frisch und gestärkt. Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist und ich mich schon langsam an die kalten Duschen gewöhne, spiele ich mit dem Gedanken, auch in Zukunft einfach ab und zu kalt zu duschen.


Photo by Osman Rana on Unsplash 
UPDATE, 4 Wochen später: Ich habe seither (noch) nicht wieder NUR kalt geduscht.
3 TIPPS, wie DU Wasser sparen kannst

Vermeide langes Baden in der Badewanne und dusche dich stattdessen. Beim Duschen kannst du durchschnittlich 115 Liter Wasser sparen!

Wasche deine Kleidung erst, wenn du eine ganze Waschmaschine damit füllen kannst. Mit halb gefüllten Waschmaschinen verbrauchst du genau so viel Wasser wie mit vollen, außer du besitzt als gut betuchte*r Student*in ein neuwertiges Gerät mit Beladungserkennung.

Verwende Sparprogramme beim Geschirrspüler. „ECO“-Programme dauern zwar länger, verbrauchen dafür aber weniger Wasser!
