Plastik

Einfach mal auf Plastikverpackungen beim Lebensmitteleinkauf verzichten

Photo by John Cameron on Unsplash

Plastik – es ist überall. Die Abbauzeit einer Plastikflasche beträgt durchschnittlich 450 Jahre. Im Gegensatz dazu benötigen Papiertaschentücher nur 2 bis 3 Wochen. Fachleute schätzen, dass es bereits 2050 mehr Plastik als Fische im Meer geben wird. Es wirkt, als hätten wir den Kampf gegen den Plastikmüll längst verloren. Beziehungsweise gab es nie wirklich einen ernstzunehmenden Kampf gegen das Plastik. Plastikabfälle im Westen werden aus dem Land geschafft und landen in Südostasien, wo sie wiederum auf unüberschaubaren Mülldeponien oder im Meer landen.
Doch durch dieses unüberwindbar scheinende Problem dürfen wir nicht den Mut verlieren. Jede*r Einzelne von uns kann dazu beitragen, dass ein Buckelwal im Indischen Ozean ein Plastiksackerl weniger verschluckt.

Hard Facts – Plastikverbrauch Weltweit

  • In Österreich fallen jährlich 920.000 Tonnen Plastikmüll an. Davon wird 72% verbrannt, während nur 28% recycelt wird.
  • Innerhalb der letzten 75 Jahre ist die Plastikproduktion weltweit um fast 20.000% gestiegen.
  • Weltweit werden mehr als 400 Millionen Tonnen Plastik produziert. Wie ihr auf dieser Grafik seht, fallen dabei mehr als ein Drittel auf Verpackungen:
Plastikatlas | Appenzeller/Hecher/Sack CC-BY-4.0

HUNGRIG nach mehr Wissen? Detaillierte Infos gibt’s hier: Global2000 Plastikatlas 2019


VERZICHT #3:
Eine Woche OHNE Plastikverpackungen beim Lebensmitteleinkauf

Also ich muss ehrlich sagen – vor dieser Challenge habe ich mich schon etwas gefürchtet. Ich habe sie auch ein paar Tage hinausgezögert, denn bei jedem Lebensmitteleinkauf war eine Plastikverpackung dabei. Also hieß das Motto für ein paar Tage: Ab morgen geht’s los!

Nach Tagen des Verdrängens ist es dann tatsächlich so weit.
Was ich normalerweise schnell in einem Supermarkt um die Ecke kaufe, muss ich nun in zwei verschiedenen Supermärkten und einer Bäckerei besorgen.

Es gibt Lebensmittel, auf die ich in dieser Woche verzichten werde. Darunter fallen Streichkäse, Karotten, Fruchtsäfte und Süßigkeiten. Hier habe ich leider keine plastikfreie Alternative gefunden.

Dann habe ich diese Woche Lebensmittel „anders“ gekauft. Tomaten, Gurken und Paprika habe ich mir lose in Stoffbeutel gepackt. Meine geliebten Cherrytomaten aus Österreich müssen losen großen Tomaten aus Spanien weichen. Leider sind auch Bioprodukte meist in Plastik eingepackt und man muss sich entscheiden zwischen Bio & Regional in Plastik oder Konventionell & International ohne Plastik. Natürlich vergrößert sich so mein ökologischer Fußabdruck eher, doch diese Woche geht es eben um das Vermeiden von Plastik und das verringert die Auswahl an Obst und Gemüse um das Vielfache.
Bei meinem plastikfreien Einkauf befindet sich die Milch nicht im Tetrapak, sondern in einer Glasflasche.  Auch wenn Tetrapak oft als sehr nachhaltig angepriesen wird, kann nur knapp ein Drittel von dieser Verpackung recycelt werden. Außerdem bestehen ja die Verschlüsse aus Plastik und deshalb sind Tetrapaks ein No-Go für die nächsten Tage.

Weil sich diese Woche die Auswahl an „kaufbaren“ Lebensmitteln radikal einschränkt, scanne ich die Supermärkte regelrecht nach plastikfreien Verpackungen ab. So stoße ich auf neue sehr leckere Produkte, wie Joghurts, die ich sonst immer ignoriert habe.

Außerdem hole ich mir Wurst und Käse nicht vom Kühlregal, sondern bestelle direkt bei der Feinkosttheke. Das Verpackungspapier ist zwar mit einer feinen Kunststoffschicht überzogen, aber den Plastikverbrauch habe ich doch um fast 99% eingespart. Darüber hinaus kommt man mit dem Personal ins Gespräch. Ich bekomme gratis Kostproben und schmunzle über anstrengende Kundengeschichten. So wird ein Einkauf ganz von selbst viel unterhaltsamer und kommunikativer.
Auch mein Broteinkauf wird „ursprünglicher“ – denn ich gehe zum Bäcker, der Brot und Gebäck in Papiertüten verkauft.

Insgesamt brauche ich zwar statt 10 Minuten eher 40 Minuten, bis ich alles habe – doch ich habe am Ende des Tages ein gutes Gefühl beim Einräumen in den Kühlschrank.

An der FH kann ich mir diese Woche nicht schnell ein Weckerl in der Mensa kaufen, da die Papiertüten zum Teil auch als Plastik bestehen. Meine Alternativen sind eine warme Mahlzeit oder vorausschauend ein Weckerl beim Backwerk am Bahnhof zu kaufen. Aufgrund von frühmorgendlichem Stress bin ich diese Woche nicht in der Lage, mir einfach eine Jause von zu Hause mitzunehmen. Doch ich werde daran arbeiten, da ich neben Plastik auch Geld einsparen könnte.

Worauf in diesen sieben Tagen noch verzichte ist, Essen per Lieferservice zu bestellen. Denn auch wenn ein Teil der Verpackungen oft schon aus Papier besteht, hätte ich sicher irgendwo ein Plastiksackerl oder Plastikdöschen gefunden.

Mein Getränkekonsum beschränkt sich auf Leitungswasser und Hollersaft in der Glasflasche von Zuhause. Außerdem wird mein etwas verstaubtes Sodastream-Gerät wiederverwendet, um Abwechslung zu schaffen. Auch auf der FH habe ich meine wiederbefüllbare Wasserflasche dabei und verzichte auf Plastikflaschen aus dem Getränkeautomaten. Beim Kaffeeautomat lasse ich mir nur BigCups herunter, da diese im Gegensatz zu den kleinen Portionen aus Papier bestehen.  

Natürlich hätte ich auch auf weniger Lebensmittel verzichten müssen, wenn ich in Biomärkten, auf dem Markt oder im Unverpackt-Laden eingekauft hätte. Darüber hinaus hätte ich sicher regionaleres Obst und Gemüse gefunden.

Doch die Herausforderung, auf Plastik zu verzichten habe ich auch so geschafft. Das zeigt, dass wir alle nicht unbedingt in spezielle Läden müssen, um unseren Plastikmüll zu reduzieren – wir können schon beim „normalen“ Supermarkteinkauf damit starten! Wir sollten nur ein paar mehr Gedanken und Zeit einplanen. Diese Zeit können wir am Ende sogar wieder zurückbekommen, indem wir weniger oft den Müll entsorgen müssen.

FAZIT: Auch wenn ich diesen Verzicht täglich gespürt habe, da schon fast alles in Plastik eingepackt ist, bin ich im Nachhinein überrascht, dass ich doch vieles plastikfrei gefunden habe. Es ist zwar praktisch unmöglich völlig auf Plastik zu verzichten, doch ich werde nach dieser Woche sicher auch in Zukunft mehr auf nachhaltige Verpackungen achten und öfter der Feinkosttheke oder dem Bäcker einen Besuch abstatten.  


3 TIPPS, wie DU weniger Plastikverpackungen verbrauchst

Hole dir Käse und Wurst bei der Feinkosttheke im Supermarkt. Du kannst genau die Menge kaufen, die du brauchst und bekommst alles in (fast) plastikfreiem Papier eingepackt. Bei vielen Supermarktketten kannst du auch deine eigene Tupperdose mitnehmen und verzichtest dann auf jede Art der Extraverpackung!

Koche selbst! Vermeide Fertiggerichte, die fast ausschließlich in Plastikverpackungen einvakuumiert sind. Damit fügst du nicht nur der Umwelt weniger Abfall zu, sondern auch deinem Körper – denn Fertiggerichte enthalten zu viel Zucker, Salz, Fett und bedenkliche Konservierungsstoffe.

Kaufe unverpacktes Obst und Gemüse und verwende zum Transport zur Kassa und nach Hause wiederverwendbare Beutel aus Biobaumwolle.


Kleidung

Einfach mal auf einen täglichen Outfitwechsel verzichten

Photo by Lauren Fleischmann on Unsplash

Die Kleidung ist schon lange viel mehr als nur Schutz vor Umwelteinflüssen. Doch während die Auswahl der Kleidung vor 70 Jahren durch hohe Kosten beschränkt war, findet man heute nicht selten T-Shirts für 3 Euro. Die Mode ist zum Vorzeige-Konsumprodukt geworden. Es gibt gefühlt zu jeder Zeit einen Abverkauf und Internationale Textilhandelsketten lassen ihre Billigware in einsturzgefährdeten Fabrikhallen in Bangladesch fertigen. Kleidung, die wir im Westen nicht mehr benötigen, wird in ärmere Länder verschifft, wo sie noch günstiger verkauft oder verschenkt wird und so die lokale Textilindustrie ruiniert.

Doch es gibt einen neuen Trend – der des nachhaltigen Tauschens und Second-Hand-Kaufs beispielsweise. Jede*r Einzelne von uns kann auf diesen Trend aufspringen und die eigene Kleidung ein Stück langlebiger machen.

Hard Facts – Kleidungsverbrauch Weltweit

  • Jedes Jahr werden weltweit rund 80 Milliarden Kleidungsstücke produziert.
  • Mehr als 90% unserer Kleidung stammen aus Asien, insbesondere China, Bangladesch und Indien. Nicht vorhandene oder oberflächliche Auflagen sorgen für gewaltige Umweltschäden und Arbeitsrechte werden mit Füßen getreten.
  • Die Bekleidungsindustrie verursacht mehr Treibhausgasemissionen als alle internationalen Flüge und Schiffe zusammen.

VERZICHT #2:
Eine Woche OHNE täglichen Outfitwechsel

Gerade in dieser Woche – in der wir von Black-Friday-Angeboten online und offline überschwemmt werden, wird mir bewusst, wie billig Kleidung angeboten wird. Doch während wir schnell mal nur fünf Euro für ein T-Shirt bezahlen, zahlen den wahren Preis Arbeiter und die Umwelt in fernen Ländern. Jedes Mal, wenn wir ein Kleidungsstück kaufen, sollten wir uns vorher Gedanken machen, ob wir es tatsächlich benötigen und wie es vermutlich produziert wurde. Natürlich ist das leichter gesagt/geschrieben, als getan, doch ich möchte versuchen, mit meinem Kleidungskonsum nachhaltiger umzugehen.

Daher ergibt sich diese Woche als idealer Zeitraum, mich der nächsten Herausforderung zu stellen. Ich verzichte auf das tägliche Wechseln meiner Kleidung. Ich werde also dasselbe Outfit für sieben Tage tragen – Jeans, Shirt und Pullover. Egal, ob ich in der FH bin, mich mit Freunden am Abend treffe oder meine Familie in Oberösterreich besuche.

Natürlich starte ich wieder hochmotiviert in die Woche und suche mir ein gemütliches und nicht zu auffälliges Outfit heraus. Mein roter (korallenfarbiger?!) Pullover zählt Anfang der Woche noch zu meinen Lieblingsstücken, also wird er als Kleidungsstück der Woche ausgewählt.

Sehr praktisch ist es, dass ich mir morgens keine Gedanken über das tägliche Outfit machen muss. Auch wenn ich normalerweise nicht extrem viel Zeit in das Aussuchen stecke, habe ich das Gefühl, mir täglich etwas Zeit zu sparen. Zeit, in der ich meinen Kaffee etwas länger genießen kann oder etwas weniger spät zum Bahnhof laufe… Außerdem sieht es diese Woche rund um meinen Kleiderschrank sehr aufgeräumt aus. Das liegt auch daran, dass der vielgenutzte „Kleidungs-Ablegungs-Stuhl“, auf dem die Kleidung, die zu sauber für den Wäschekorb und zu „getragen“ für den Kleiderschrank ist, ungenutzt bleibt.
Weil ich wenig Kleidung zu waschen habe, wasche ich meine drei neuen Stammkleidungsstücke mit der Hand und hänge sie über Nacht beim Heizkörper zum Trocknen auf. Ich habe mir leider keine schnell-trocknenden Kleidungsstücke ausgesucht, daher muss ich einmal am Morgen mit dem Haarfön nachhelfen, um nicht schon nach drei Tagen an der Herausforderung zu scheitern.

Außer in der Nacht, beim Wäschewaschen und beim Sport trage ich also meine drei Wochenkleidungsstücke.

Da es während der Woche nur drei Tage Lehrveranstaltungen an der FH gibt, ich mich mit verschiedenen Leuten treffe und einen kleinen Urlaub in OÖ verbringe, fällt der nichtvorhandene Kleidungswechsel auch gar nicht auf. Jedenfalls wurde ich nicht komisch gemustert oder auf eine strenge Geruchswolke angesprochen. Als ich Freunde am Ende der Woche frage, ob ihnen was aufgefallen wäre bezüglich meiner Kleidung, verneinen sie das.

Zuvor dachte ich, dass es anderen Menschen auffallen würde, wenn ich ein paar Tage hintereinander denselben Pullover anhabe. Auch, wenn man Shoppen war und ein neues Outfit präsentiert, hat man doch das Gefühl, dass es Menschen auffallen muss, wie anders man plötzlich aussieht. Im Endeffekt sind diese Gedanken unsichtbar und dem Großteil der Umwelt fällt die neue Kleidung nicht auf. Das ist ja auch völlig nachvollziehbar, denn auch ich selbst scanne nicht jedes Outfit meiner Freundinnen auf neue Stücke ab.

Nach den sieben Tagen kann ich den korallenfarbigen Pullover nicht mehr sehen und bin sehr froh, wieder eine andere Farbe an mir im Spiegelbild zu erblicken. Ich liebe Abwechslung und mit meinem nicht vorhandenen Outfitwechsel diese Woche, wurde es am Ende schon zach… ich hoffe, ich kann bald wieder eine gesunde Beziehung zu meinen drei ausgetragenen und einst geliebten Kleidungsstücken aufbauen.   

FAZIT: Im Großen und Ganzen war diese Verzicht-Challenge aber sehr einfach. Die meiste Zeit des Tages denkt man auch nicht daran. Es unterstreicht einfach auch wieder, dass man nicht mehrere PAX-Kästen voller Kleidung braucht, sondern mit einer überschaubaren, waschbaren Menge super unkompliziert durchs Leben geht.


3 TIPPS, wie DU Kleidung nachhaltiger tragen kannst

GEBRAUCHT KAUFEN: Durch Shoppen im Second-Hand-Laden kannst du der Kleidung zu einem längeren Lebenszyklus verhelfen und Ressourcen schonen.

NATÜRLICHE ROHSTOFFE: Bevorzuge natürliche Stoffe wie Bio-Baumwolle, Leinen, Wolle oder Hanf. Kunstfasern sind erdölbasiert und somit nicht abbaubar. Außerdem sind bei Hinweisen wie „bügelfrei“, „knitterfrei“ oder „vor dem Tragen waschen“ oft bedenkliche Chemikalien enthalten. Diese also besser vermeiden!

QUALITÄT VOR QUANTITÄT: Gebe dein Geld lieber für weniger, dafür hochwertige und schonend produzierte Kleidung aus, die länger hält und die Umwelt schont.
Hier Links zu ÖKO Kleidung, die nicht nur nachhaltig, sondern auch stylisch ist:
Greenality, ARMEDANGELS & TwoThirds.


H2O

Einfach mal auf heißes Wasser beim Duschen verzichten

Wasser – das ist für uns so selbstverständlich wie die Luft, die wir atmen. Bei uns in Österreich haben wir auch mehr als genug davon. Immerhin verbrauchen wir jährlich nur 3% unseres Wasservorkommens. Doch wenn wir etwas über die Grenzen blicken, aus Mitteleuropa rauszoomen und uns den weltweiten Verbrauch ansehen, sieht die Welt ganz anders aus.

Das Bild zeigt die Lebensader der Erde, ein Teil des Amazonas in Peru.

Hard Facts – Wasserverbrauch Weltweit

  • Fast zwei Drittel der Weltbevölkerung, das sind vier Milliarden Menschen, leiden aktuellen Schätzungen zufolge während mindestens einem Monat im Jahr unter schwerer Wasserknappheit.
  • Weltweit gesehen ist die Landwirtschaft (inkl. Bewässerungslandwirtschaft, Viehzucht und Aquakultur) der mit Abstand größte Wasserverbraucher. 69 Prozent der jährlichen Wasserentnahmen erfolgen durch die Landwirtschaft. 19 Prozent entfallen auf die Industrie (inkl. Erzeugung von Energie) 12 Prozent auf die Privathaushalte.
  • Über 80 Prozent aller Abwässer weltweit werden ungeklärt in die Umwelt entsorgt.

In Österreichischen Haushalten werden täglich 130 Liter Wasser pro Kopf verbraucht, diese entfallen auf…

  • 27% Wasserhahn in Küche, Bad, WC etc.
  • 25% WC
  • 19% Dusche
  • 10% Waschmaschine
  • 9% Außenbereich Pflanzen
  • 5% Außenbereich Pool
  • 3% Badewanne
  • 2% Geschirrspüler

HUNGRIG nach mehr Wissen? Detaillierte Infos gibt’s hier: UNESCO Weltwasserbericht 2019


VERZICHT #1:
Eine Woche OHNE Heißes Wasser beim Duschen

Ich war schon immer ein Fan von Wechselduschen, weil die kalten Duschen nur kurz dauern und ich immer das Gefühl hatte, mein Immunsystem danach gestärkt zu haben. Doch dabei wechselt man eben warmes und kaltes Duschen ab und steht nicht durchgehend unter dem kalten Wasserstrahl. Außerdem machte ich diese am liebsten im Sommer, wenn ich eine Dusche nehme, um mich abzukühlen.  

Doch diese Woche liegt im kühlen November, und eine kalte Dusche nach dem Aufstehen aus dem warmen Bett in der Finsternis des Morgens lässt meine Blogidee überdenken. Daher habe ich das Duschen diese Woche auch auf den Abend verlegt, damit das Ganze durchführbar bleibt und nicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist.

Vor der ersten kalten Dusche bin ich dann tatsächlich positiv überrascht, denn die Dusche im Fitnessstudio hat eine Fußbodenheizung! Zuvor war mir das gar nicht so bewusst, aber die Panik vor dem kalten Wasser lässt mich jede Wärmequelle aufsaugen. So starte ich also mit positiven Gedanken und einem vom Sport aufgewärmten Körper in mein Vorhaben und stelle mich dem kalten Wasserstrahl. Nach einem Moment des Stoßatmens und Kopfeinfrierens erfriert diese positive Energie fast, denn es scheint, als brauche man mit kaltem Wasser doppelt so lange, um das Shampoo aus den Haaren zu kriegen. Doch auch diese eiskalten Minütchen gehen vorbei und ich fühle mich nach jeder Dusche so durchblutet und hellwach wie sonst selten an den trüben Herbsttagen. Zu den schlimmsten Momenten in dieser Woche zählt jener Augenblick, wenn ich am Abend frierend neben der Dusche im eigenen Bad ohne Fußbodenheizung stehe, mein Vorhaben zutiefst bereue und mich überwinden muss, das kalte Wasser einzuschalten. Es wäre so easy, einfach mal schnell das warme Wasser einzuschalten. Doch ich bin eine kleine Perfektionistin und wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, dann wird das auch kompromisslos erledigt. Und nach einer kurzatmigen, kurzweiligen Dusche folgt dann auch mein Lieblingsmoment. Nämlich der Zeitpunkt, wenn das Shampoo endlich aus den Haaren ist und ich mich mit allen verfügbaren Decken in das warme Bett kuscheln kann.

Da nach dem Trainieren der Körper sowieso aufgewärmt ist und das kalte Duschen so „angenehmer“ erscheinen lässt (& nicht zu vergessen: die Fußbodenheizung!), sieht man mich in dieser Woche ungewöhnlich oft im Fitnessstudio. Wenn ich nach der FH durchgefroren heimkomme, gehe ich freiwillig trainieren, um meinen Körper aufzuwärmen und fit für die kalte Dusche zu machen. Die KalteDusche-Challenge führt also nicht nur zu einer Senkung des Wasser- und Energieverbrauchs allgemein, sondern auch einer Erhöhung meiner Sportlichen Aktivitäten. Außerdem spare ich kostbare Zeit, denn die Duschzeit hat sich in dieser Woche bei mir mehr als halbiert.

Durch Recherchieren finde ich heraus, dass sich eine Kältetherapie durchaus positiv auf die Gesundheit auswirkt. Sie regt die Fettverbrennung an, entlastet das Herz-Kreislaufsystem, stärkt das Immunsystem und senkt die Entzündungswerte im Körper.

FAZIT: Während dieser Woche hatte ich das Gefühl zu einer Wikingerin zu mutieren. Auch wenn es während dem Duschen Momente der Verzweiflung gibt, fühle ich mich danach immer frisch und gestärkt. Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist und ich mich schon langsam an die kalten Duschen gewöhne, spiele ich mit dem Gedanken, auch in Zukunft einfach ab und zu kalt zu duschen.

UPDATE, 4 Wochen später: Ich habe seither (noch) nicht wieder NUR kalt geduscht.


3 TIPPS, wie DU Wasser sparen kannst

Vermeide langes Baden in der Badewanne und dusche dich stattdessen. Beim Duschen kannst du durchschnittlich 115 Liter Wasser sparen!

Wasche deine Kleidung erst, wenn du eine ganze Waschmaschine damit füllen kannst. Mit halb gefüllten Waschmaschinen verbrauchst du genau so viel Wasser wie mit vollen, außer du besitzt als gut betuchte*r Student*in ein neuwertiges Gerät mit Beladungserkennung.

Verwende Sparprogramme beim Geschirrspüler. „ECO“-Programme dauern zwar länger, verbrauchen dafür aber weniger Wasser!


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